Coronavirus – ohne uns!

Martin Döring, 23. Januar 2020

Zum Glück haben wir rechtzeitig die geeigneten Maßnahmen ergriffen, um vom Coronavirus verschont zu bleiben, meine Frau und ich. Wir haben zum Glück schon im Dezember kapiert, was los ist.

Ich schreibe Euch hier aus unserem zugemauerten Keller und ich hoffe, dass die Energieversorgung noch lange genug bestehen bleibt. Denn, ehrlich gesagt, es würde ziemlich langweilig, wenn ich Euch im Fediverse nicht mehr hätte. Bitte teilt diesen Artikel auch, vielleicht können unsere Erfahrungen dem ein oder anderen das Leben retten.

Zunächst, wir hatten noch aus unserer Prepperzeit einige Lebensmittel eingelagert: 20 Dosen selbstgemachtes Apfelmus, 18 Gläser Fertignudelsoße, 30 Gläser Bio-Champignons in Gläsern, genauso wie die 40 Eiweißriegel, um unseren Eiweißbedarf zu decken. Dazu noch einen Sack Reis, leider mit Schädlingsbefall. Wir haben uns vorerst entschieden, unseren Eiweißbedarf nicht aus Reisschädlingen zu decken.

Wir hatten das Preppen ja schon fast aufgegeben, aber nun kommt sie endlich doch, die Katastrophe. Wenigstens war nicht alles umsonst!

ERSTE WOCHE

Wasserleitungen haben wir im Keller, aber es muss natürlich abgekocht werden. Das machen wir mit einem zwei-Platten Elektroherd, wenn dann die Energieversorgung zusammengebrochen ist, solange es geht mit einem Spirituskocher. Ehrlich, ich würde den Sprit ja viel lieber so trinken.

Gestern gab es Dosenchampignons mit Nudelfertigsoße. Kalt. Nudelsoße schmeckt warm eigentlich viel besser, aber wir wollen Energie sparen. Heute gibt's Champignon-Apfelmus. Ich hatte erst gedacht, das schmecke eklig, aber es geht eigentlich. Außerdem ist es zur Nudelsoße eine willkommene Abwechslung. Morgen wollen wir nur Eiweißriegel essen.

ZWEITE WOCHE

Momentan benutzen wir den Kellerabfluss auch als Klo. Details erspare ich mir. Aber wir haben festgestellt, dass Waschpulver zum Säubern einfach zu seifig ist, das macht alles ganz rutschig und dann passieren einfach völlig beschissene Unfälle. Trotzdem ist Hygiene total wichtig.

Um eventuell doch eingedrungene Viren abzutöten sind wir dazu übergegangen täglich drei Minuten lang Brennspiritus einzuatmen. Helfen tut uns dabei der Wäschesprüher meiner Frau, den sie sonst immer zum Bügeln verwendet hat. Meine Frau hatte zunächst Angst, dass wir davon erblinden könnten, aber es war eigentlich bisher alles ganz lustig. Außerdem ist es hier eh ziemlich dunkel. Man darf halt währenddessen nicht rauchen, aber das tun wir eh nicht. Wir wollen ja nicht die Pandemie überleben, um dann an Lungenkrebs zu sterben.

Zu essen gab es heute Eiweißriegel mit Fertignudelsoßendipp. Eigentlich wollten wir die Nudelsoße aufsparen, aber es war uns doch zu trocken. Ansonsten haben wir festgestellt, dass Vollwaschmittel nicht zur Körperpflege geeignet ist, wie wir dachten. Meine Frau sah völlig bleich aus und schäumte. Zum Glück gibt es momentan noch genug Wasser, ich konnte sie wieder abwaschen. Sie fand es ganz gut.

DRITTE WOCHE

Zum Frühstück gab es heute Dosenchampignons an Apfelmusschaum. Lecker! Wir machen uns momentan Sorgen, dass Tiere in den Keller eindringen könnten und den Virus mitbringen. Daher haben wir die Kellerfenster mit PU-Schaum zugeschäumt. Jetzt ist die Luft zwar etwas dick, aber dafür ist es auch wärmer, schließlich haben wir nur die Zentralheizung im Keller, aber keine Heizkörper.

Wir haben ausgerechnet, dass wir mit unseren Lebensmitteln, wenn wir es nicht übertreiben, noch drei Wochen über die Runden kommen. Dann gibt es nur noch Reis (mit Einlage).

Meine Frau hat heute ausprobiert, ob man Viren auch durch Feuerspucken töten kann. Es hat nicht ganz geklappt, aber wir wissen jetzt, dass die Ausatemgeschwindigkeit größer sein muss, als die Zündgeschwindigkeit. Meine Frau hat jetzt keine Haare mehr, aber ich konnte sie zum Glück mit zwei Gläsern Nudelsoße löschen. Der Anblick erinnerte mich an einen Horrorfilm, aber ich habe den Namen vergessen (den vom Film, nicht von meiner Frau).

Ich habe begonnen Kellerasseln zu züchten. Als Ersatz, wenn unsere Lebensmittel mal alle sein sollten, ihr wisst ja, für den Fall der Fälle. Erst dachte ich, dass da echt wenig dran ist. Aber meine Frau meinte, die Balaststoffe wären auch wichtig für die Verdauung.

VIERTE WOCHE

Die Luft ist echt dünnnnnnn....


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